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„EINE REISE IST EIN TRUNK AUS DER QUELLE DES LEBENS“

Quelle: pixabay

Dieses Wort von Christian Friedrich Hebbel spricht mir und vielleicht auch vielen von Ihnen aus der Seele. Es erzählt von Reiselust und Fernweh, das in diesem Jahr wohl anders ist als in anderen Jahren. Durch die Krise sind viele Vorhaben und Planungen durchkreuzt worden.

Ausgangsbeschränkungen, Reisewarnungen, Grenzschließungen haben das unmöglich gemacht, was sonst für viele gewohnt und möglich war.

Auch in der Zeit der Öffnungen und Lockerungen ist es noch unsicher, ob und in welcher Weise wir reisen und Urlaub machen können. Als reiselustiges Volk werden wir sicher Wege finden, wie wir in der Sommer- und Reisezeit in der Nähe oder Ferne ausspannen und entspannen können.

Nichts ist so schlimm, dass es nicht auch Gutes hätte. So brachte die Pandemie-Krise auch heilsame Unterbrechungen und Entschleunigung vieler Abläufe mit sich. Mancher hat die Bewegung an der frischen Luft im Umfeld der eigenen Wohnung wieder neu entdeckt, die Schönheiten der Natur und kulturelle Schätze der Heimat. Medien und besonders das viel gescholtene Internet laden auch zu virtuellen Reisen und Erkundungen ein.

Eine Reise nach innen – könnte nicht auch sie ein Weg sein, um aus der Quelle des Lebens zu trinken? Eine zweckfreie Zeit der Besinnung, ein gutes Buch, eine Begegnung im kleinen Kreis, eine Auszeit von den Verpflichtungen, die Seele nachkommen lassen, die Gedanken kommen und gehen lassen und vielleicht sogar die äußere und innere Ruhe zum Beten finden – vieles ist möglich, um einmal aufzubrechen aus dem üblichen Trott und Neuland zu entdecken, um uns und in uns.

Viele sagen und klagen, dass uns die Krisenzeit, müde und erschöpft macht. Da kann es wichtig sein, zu den lebendigen Quellen in unserer eigenen Person vorzustoßen und aus ihnen zu schöpfen. Für Glaubende hat das viel mit Gott zu tun. „Bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht“, heißt es im Psalm 36. Nicht in der Ferne, sondern ganz nah, in uns und um uns, könnten wir Quellen der Kraft und der Lebensfreude erschließen und geistig und geistlich den Durst nach Leben stillen.

Ob Sie in diesen Wochen reisen und wohin, nach außen oder innen, ich wünsche Ihnen einen guten Aufbruch, neue Entdeckungen, erfüllende Erfahrungen und glückliche Heimkehr!

Eugen Vogt, Pfarrer